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Textil in Flandern

Flämische Stoffe werden seit langem bewundert. Als die Römer nach Belgica kamen, wurde das von den Einheimischen gewebte hochwertige Tuch schon bald für die Toga eines Mannes, und die Stola einer Frau verwendet. Es gibt Aufzeichnungen aus dem frühen Mittelalter, wo flämische Stoffe auf den Märkten von Nowogorod in Russland auftauchten.

Die starke Position flämischer Stoffe im 11. Jahrhundert war auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen. Die Menschen in den Niederlanden - besonders in den Klöstern und Abteien - waren gelernte Handwerker. Die Bevölkerungsdichte der Region war relativ hoch, was die Menschen dazu veranlasste, die Landwirtschaft durch andere Berufe zu ergänzen. Die Felder von Flandern waren gut für die Schafzucht, besonders auf den neu zurückgewonnenen Poldern. Das hat Thomas Blanket veranlasst seinen Namen zu änden. Die Stoffherstellung in Flandern wuchs, und damit auch die Städte. Dies lag daran, dass ländliche Weber, Spinner und Fuller in die Zentren der neuen Industrie abwanderten.

Besondere Magnete waren die boomenden Städte Brügge, Gent und Ypern. Um die Nachfrage zu befriedigen, wurden hochwertige englische Wolle nach Flandern importiert. Es war perfekt für die Herstellung hochwertiger Wollkleidung. Die Flamen auf den Messen zu Beginn des 12. Jahrhunderts begannen, als flämische Tuchhändler, eine Nase für den Export zu entwickeln. Sie tauchten auf den großen und kommerziell wichtigen Messen der Champagne in Frankreich auf (siehe unten). Dies war ein wichtiger Schritt, weil die flämischen Händler mit italienischen Händlern in Kontakt kamen, die ihre Einkäufe bald in die Städte Genua, Mailand und Florenz zurückbrachten.

Bis zum 13. Jahrhundert hatten die Italiener mit ihren neueren und größeren Galeeren den direkten Seeweg durch die Straße von Gibraltar und die französische Küste nach Flandern geöffnet. Dies führte dazu, dass Brügge zu einem führenden internationalen Hafen wurde. Zwischen Genua, Venedig und Brügge wurde ein regelmäßiger und umfassender Handel aufgebaut. Italienische Kaufleute und Bankiers strömten nach Flandern. Ihr Geld führte zum Bau zahlreicher prestigeträchtiger Gebäude, wie der berühmten Stoffhalle. Für die Handelszentren waren dies wichtige Statussymbole.

Leider war es ein Boom der nicht aufrechterhalten werden konnte. Wie bei seinem Aufstieg spielten auch beim Niedergang der mittelalterlichen flämischen Tuchindustrie zahlreiche Faktoren eine Rolle. Einer war der Sand. Der Hafen von Brügge war seit einigen Jahren allmählich verlandet. Die Schiffe bemühten sich Brügge zu erreichen - aber sein Status begann zu schwinden. Infolgedessen zogen italienische Kaufleute und Bankiers nach Osten, nach Antwerpen. Der Hafen hatte tieferes Wasser und einen leichteren Zugang. Es gab den Händlern auch einen besseren Zugang zu den neuen Landhandelsrouten, die sich durch Deutschland entwickelten. Diese neuen Routen boten andere, rentablere Investitionen als Stoff. Neue Handelswege spielten im Niedergang der mittelalterlichen flämischen Tuchindustrie eine Rolle.

Ein weiterer Grund war die politische Spannung zwischen England und Frankreich, die häufig Auswirkungen auf die flämische Wirtschaft hatte. Ein englisches Embargo für den Export von Wolle nach Flandern war eine häufige und auch wirksame Waffe im Konflikt. Ohne hochwertige englische Wolle konnte es kein hochwertiges flämisches Tuch geben.

Drittens war das flämische Tuch zum ersten Mal einer ernsthaften Konkurrenz ausgesetzt. England selbst entwickelte eine eigene Tuchindustrie. Um es zu schützen, erhöhte England schrittweise die Steuer auf den Export seiner Wolle. Im Jahr 1275 betrug die Abgabe recht bescheidene 6 Schilling und 8 Pence pro Sack (166 kg) Wolle. Bis 1341 war es auf lähmende 46 Schilling 8 Pence pro Sack gestiegen. Die Flamen konnten diese Preise nicht bezahlen. Es gelang ihnen, eine billigere Alternative zu englischer Wolle zu finden: von den spanischen Merinoschafen. Der Import nach Flandern kennzeichnete das Auftreten spanischer Kaufleute in Brügge, Gent und Ypern. Die Qualität der spanischen Wolle war zwar für Kleidungsstücke mittlerer Qualität vollkommen zufriedenstellend, für die Luxuswolle, auf der die flämische Tuchindustrie beruhte, jedoch nicht geeignet. Das flämische Monopol wurde gebrochen.

Im 14. Jahrhundert stagnierte die Industrie und im frühen 15. Jahrhundert war sie auf einen Bruchteil ihres früheren Glanzes zurückgegangen. Die goldene Ära der mittelalterlichen flämischen Tuchindustrie war zu Ende gegangen.

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